• Jesus_666@lemmy.world
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    40
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    2 days ago

    Triebwagenführer Mirko Stolle sitzt im Cockpit des Akkuzugs vom Typ Coradia Continental der Firma Alstom im Hauptbahnhof Chemnitz. Mit rund zwei Jahren Verspätung rollt der Zug fahrplanmäßig erstmals auf der Strecke Leipzig-Chemnitz.

    Grund dafür sind Verzögerungen im Betriebsablauf.

    • Sailing7@lemmy.ml
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      13
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      1 day ago

      Mit rund zwei Jahren Verspätung rollt der Zug fahrplanmäßig erstmals

      Schrödingers Fahrplan/Verspätung

  • Sibbo@sopuli.xyz
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    21
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    2 days ago

    Interessant, dass Wasserstoff überhaupt gekauft wird. Aber bei der hohen Reichweite von 1000km gegenüber 120km beim Akkuzug macht das vermutlich auf manchen Strecken mehr Sinn.

    • Ephera@lemmy.ml
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      14
      ·
      2 days ago

      Ja, stelle mir gerade so Zugverbindungen über irgendwelche Gebirgsketten oder Wüsten hinweg vor, wo hunderte Kilometer kein Zwischenhalt ist.

      Also keine Ahnung, kann sich natürlich auch schon lohnen, wenn man nur alle 60 km eine Lademöglichkeit hat, weil man dann evtl. länger für’s Aufladen halten müsste.
      Aber dann lohnt es sich auch schnell eben doch noch eine weitere Lademöglichkeit zu schaffen, um sich nicht in die technologischen Sackgasse zu manövrieren…

      • Jesus_666@lemmy.world
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        8
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        2 days ago

        Ja, bei langen Strecken ist Wasserstoff schon besser, aber angesichts der Infrastruktur- und Energieverlustprobleme ist es auch da fraglich, ob es nicht sogar billiger und einfacher ist, Oberleitungsinseln zu bauen und instand zu halten. Wer sich die nicht leisten kann, wird auf absehbare Zeit wohl eher weiterhin auf Diesel setzen.

        In einem Netz wie dem deutschen haben Akkuzüge auch noch den Vorteil, dass die Ladung in elektrifizierten Bereichen problemlos während der Fahrt über die Oberleitung geht. Wenn eine nicht elektrifizierte Teilstrecke kürzer ist, als der Zug braucht, um auf dem Rest der Strecke auf einen sinnvollen Pegel aufzuladen, geht das Laden praktisch in Nullzeit – also sogar noch schneller als bei Diesel oder Wasserstoff. Und natürlich ist der Zug auch noch relativ robust gegen Oberleitungsschäden.

        Coole Sache, das.

        So was könnte man vielleicht auch mit einer kleineren Batterie für normale Züge machen. Ein umfallender Baum hat eine Oberleitung gekappt? Die Züge haben Batterien für 20 km an Bord, also wird einfach im Bereich der Schadstelle der Strom abgestellt und der Baum geräumt, dann kann der Betrieb zumindest eingeschränkt weiterlaufen, während die weiteren Reparaturen vorbereitet werden. Wäre schon cool, wenn ein Oberleitungsschaden eine Verspätung von einer Stunde bedeutet und nicht, dass die ICE-Fahrt durch eine 40 km SEV-Teilstrecke gewürzt wird, bei der man auch noch darauf warten muss, das der Bus überhaupt organisiert und bereitgestellt wird.

        Ob sich die Idee tatsächlich lohnt sei natürlich dahingestellt. Ich bin beileibe kein Experte für technischen Bahnbetrieb. Aber dass sie naheliegend ist, illustriert mal wieder, wie cool moderne Batterietechnologie ist.

      • golden_trashcan@discuss.tchncs.de
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        6
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        2 days ago

        Gerade im Gebirge haben Batteriezüge den Vorteil, dass sie die Batterien bergab wieder aufladen können. Beim Wasserstoff gibt es nichts vergleichbares. Ist der einmal verbraucht, war es das, weil es einfach absehbar nicht realistisch ist, dass so ein Zug auch noch einen Elektrolyseur dabei hat.

        • PreppaWuzz@discuss.tchncs.de
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          2
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          2 days ago

          Haben Wasserstoffzüge keine Brennstoffzelle? Dann haben sie doch sowieso einen Akku, die Brennstoffzelle lässt sich ja nicht so gut regeln. Der ist dann sicher nicht so groß wie rein Akkubetrieben, aber fürs Rekuperieren reicht’s.

          • golden_trashcan@discuss.tchncs.de
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            1 day ago

            Dazu müssten die Batterien in den Wasserstoffzügen aber deutlich größer sein als bisher. Die Batterien dort sind so dimensioniert dass sie die Differenz zwischen dem Leistungsbedarf beim Beschleunigen und der Leistung der Brennstoffzelle ausgleichen können. Das bedeutet vereinfacht, um ein mal aus dem Stand auf Reisegeschwindigkeit beschleunigen zu können. Plus etwas Reserve.

            Um im Gebirge die Energie des schweren Zuges aufzunehmen, der eventuell mehrere hundert Höhenmeter bergab fährt, sind die kleinen Pufferbatterien in Wasserstoffzügen zu klein.

            Die Pufferbatterie einfach größer zu machen ist gar nicht so einfach, weil zum einen Brennstoffzelle und Wasserstofftanks viel Platz brauchen, zum anderen jede zusätzliche kWh Batteriekapazität einfach teures Geld kostet (zusätzlich zu den teuren Wasserstofftanks und den teuren Brennstoffzellen) das sich nur lohnt, wenn es WIRKLICH gebraucht wird.

            Und wenn man schon so viel Batteriekapazität einbauen und bezahlen würde um so viel Energie speichern zu können, warum dann noch eine Brennstoffzelle dazu bauen?

        • plyth@feddit.org
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          2 days ago

          Der Wasserstoff kann per Brennstoffzelle zu Strom gemacht werden und die Lok von Elektromotoren angetrieben werden. Dann kann man für den Strom der Bergabfahrt eine kleine Batterie einbauen.

          • golden_trashcan@discuss.tchncs.de
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            1 day ago

            Um die Energie aufzunehmen die man zurückgewinnen kann wenn ein Zug (sehr schwer im Vergleich zu Straßenfahrzeugen) mehrere hundert Höhenmeter bergab fährt, reicht eine kleine Batterie nicht. Da braucht es eine große Batterie. Und wenn man eine große Batterie hat, hat man meiner Meinung nach einen Batteriezug.

            Dort noch eine Brennstoffzelle mit Wasserstofftanks als Range Extender dazu zu bauen, macht wirtschaftlich wenig Sinn, wenn es vom Platz überhaupt sinnvoll untergebracht werden kann.

      • GenosseFlosse@feddit.org
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        2 days ago

        Aber dann lohnt es sich auch schnell eben doch noch eine weitere Lademöglichkeit zu schaffen, um sich nicht in die technologischen Sackgasse zu manövrieren…

        Warum dann nicht gleich die Strecke elektrifizierten, wenn man ohnehin schon Strom in die pampa verlegen muss?

        • Ephera@lemmy.ml
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          2 days ago

          Ja, gut, mein Gedanke war jetzt, dass es vielleicht auch nicht-elektrifizierte Haltestellen auf dem Weg gibt, wo man nur noch die Oberleitung am Bahnhof montieren muss und dann beim anliegenden Dorf einstecken kann.

          Aber klar, wenn’s da noch gar kein Stromnetz gibt, dann macht es wahrscheinlich keinen großen Unterschied, ob man eine Oberleitung aufhängt oder Strommasten…

  • loki518@feddit.org
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    2 days ago

    Funktionieren die Akkuzüge auch für den Güterverkehr? Wenn ich mir das nämlich überlege, dann müsste je bei mehr Gewicht die Reichweite der Akkuzüge (bei gleichbleibendem Akku) abnehmen. Also bräuchte man da eigentlich doch wieder eine höhere Energiedichte, die wiederum über Diesel oder Wasserstoff gebracht werden kann.

    Edit: Durch die gute Antwort von golden_trashcan hab ich nachrecherchiert, und einen passenden Artikel von Allianz für Schienen hier gefunden mit u.a. folgenden Absätzen:

    […]

    Güterverkehr auf der Schiene ist schon elektrisch

    Während die Automobilindustrie gerade alternative Antriebe für sich entdeckt, ist Elektromobilität im Schienengüterverkehr bereits gelebte Realität. 97 Prozent der Verkehrsleistung im Güterverkehr werden von den Bahnen bereits elektrisch erbracht. Mit mehr erneuerbaren Energien im Strommix der Bahnen wird sich die Öko-Bilanz der Güterbahnen im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern noch weiter verbessern.

    […]

    – Elektrifizierungsausbau und Ausweichstrecken

    Derzeit sind nur 61 Prozent des Bundessschienennetzes mit einer Stromleitung ausgestattet. Deshalb müssen umweltfreundliche elektrische Güterzüge häufig Umwege fahren. Das dauert nicht nur länger, es kostet auch mehr und ist ein entscheidender Nachteil im Wettbewerb mit dem Lkw.

    […]

    Da kann man sehen, dass der Güterverkehr schon größtenteils auf elektrisierten Strecken läuft, aber durch den schlechten Ausbau von Oberleitungen die Zugstreckenplanung oft ineffizient und umständlich ist.

    • golden_trashcan@discuss.tchncs.de
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      17
      ·
      2 days ago

      Für den richtig schweren Güterverkehr ist die Frage gar nicht relevant. Diese Strecken sind im Normalfall bereits alle aus Kostengründen elektrisiert (also Oberleitung). Elektroloks können durch ihre höhere Leistung deutlich schwerere Züge ziehen, und sind damit im Betrieb günstiger. Wenn die Strecke dann noch regelmäßig genutzt wird, ist die Oberleitung schnell finanziert.

      Ausnahmen gibt es natürlich. Zum Beispiel die nicht-durchgängig elektrifizierte, größtenteils eingleisige Strecke München-Simbach. Obwohl darüber neben dem Personenverkehr auch signifikant viele Güter laufen (Kesselwagen aus dem bayerischen Chemiedreieck), zieht sich der seit Jahrzehnten geplante Ausbau noch viele Jahre hin. Liegt aber nicht daran, dass eine Oberleitung unwirtschaftlich wäre, sondern an Planungsversagen und Nimbys.

      • loki518@feddit.org
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        2 days ago

        Das ergibt Sinn, wenn die Güterzugstrecken (normalerweise) alle elektrisiert sind. Die Wirtschaftlichkeit vom Elektroantrieb ist ja ohnehin gegeben, weil Strom einfach günstiger ist als Vergleichsoptionen, und wenn man dann sogar die Akkus (fast) komplett irrelevant machen kann, dann lohnt sich das auf jeden Fall.

        Danke für den guten Einblick :)

        Edit: Gerade nachrecherchiert, Allianz pro Schiene schreibt zu dem Thema hier u.a. folgendes:

        – Güterverkehr auf der Schiene ist schon elektrisch

        Während die Automobilindustrie gerade alternative Antriebe für sich entdeckt, ist Elektromobilität im Schienengüterverkehr bereits gelebte Realität. 97 Prozent der Verkehrsleistung im Güterverkehr werden von den Bahnen bereits elektrisch erbracht. Mit mehr erneuerbaren Energien im Strommix der Bahnen wird sich die Öko-Bilanz der Güterbahnen im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern noch weiter verbessern.

      • squaresinger@lemmy.world
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        2
        ·
        2 days ago

        Genau das hier. Ein schwerer Güterzug verbraucht auch Unmengen an Diesel, da rentiert sich Elektrifizierung schnell.

    • SpongyAneurysm@feddit.org
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      1 day ago

      Unabhängig von der Antwort, die du schon hast noch eine Anmerkung.

      Hier liegt auch noch ein Kurzschlussgedanke vor:

      Also bräuchte man da eigentlich doch wieder eine höhere Energiedichte, die wiederum über Diesel oder Wasserstoff gebracht werden kann.

      Energiedichte ist hier gar nicht alleine ausschlaggebend, sondern nur ein Faktor. Die Effizienz der Energieumwandlung darf nicht vernachlässigt werden. Und zwar letztlich vom Energieträger bis zur kinetischen Energie des Zuges Ich hab keine Zahlen parat, aber afaik ist die Effizienz von Dieselmotoren deutlich schlechter als Elektromotoren (die wirklich extrem gut sind). Bei Wasserstoffantrieb werden die zwar auch genutzt aber afaik schneiden Brennstoffzellen bei der Energienutzung von Wasserstoff auch noch deutlich schlechter ab, als Akkus ihren Strom verfügbar machen können. (Die Verluste bei der Wasserstoffherstellung und überhaupt die Erzeugungsfrage mal ganz außen vor)

      Wobei dann noch dazukommt, dass Akkus ihr Gewicht behalten, die Alternativen aber während der Fahrt Masse emittieren. Und das Gewicht der gesamten Antriebstechnik selbst ist auch zu berücksichtigen.

      Also alles in allem ist das Ganze schon noch ein Stück komplexer und lässt sich nicht allein auf die Energiedichte des Energieträgers runterbrechen. Das kann unterm Strich dazu führen, dass man aufgrund der Effizienz und der benötigten Technik weniger Gewicht bei Nutzung einer Technik mit schlechterer Energiedichte mitführen muss, als man bei Verwendung des energiedichteren Treibstoffs bräuchte.


      Edit:

      Grad nochmal im Artikel gelesen. Der benennt es zumindest für Wasserstoff:

      Entlang der gesamten Prozesskette gehen bis zu 70 % der ursprünglichen Energie verloren.

      Das ist natürlich ein ordentlicher Verlust. Da ist zwar nun auch die Wasserstoff-Erzeugung im Elektrolyseur eingerechnet, die für die Überlegung hier eher nachrangig ist, und die Betrachtung mehrerer Prozessstufen führt durch Multiplikationseffekte schnell dazu, dass von der Startenergie sehr wenig übrigbleibt. Aber Verluste von 70% bekommt man beispielsweise wenn Elektrolyseur und Brennstoffzelle jeweils 50% bzw. 60% Wirkungsgrad haben. (0.5 * 0.6 = 0.3; 1-0.3=0.7==70%) Li-Ionen-Akkus beispielsweise bewegen sich eher im Bereich jenseits der 90% Wirkungsgrad. Also die Unterschiede sind hier sehr relevant.


      abschweifender Exkurs

      aber ich hab es getippt, also lösch ich es nicht mehr.

      Wasserstoff ist daher bisher für die kurzfristige Energiespeicherung (und damit für die meisten Mobilitätsfragen) ziemlich unattraktiv. Der ist eher ein Kandidat für saisonale Speicherung, aber vor allem für die stoffliche Nutzung in der chemischen Industrie ist grüner Wasserstoff aus Elektrolyse für den Klimaschutz wichtig. Das klassische Verfahren, die Dampfreformation, ist nämlich von fossilen Energieträgern abhängig.
      Und auch in der Stahlindustrie könnte Wasserstoff für die Eisenerzreduktion zukünftig die CO2-intensive Kohle ersetzen.

    • gajustempus@feddit.org
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      4
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      1 day ago

      Tatsächlich wäre Güterverkehr auf Strecken, die noch nicht elektrifiziert sind, sogar einfacher zu realisieren: Häng 1-2 Waggons direkt hinter die Lok, auf denen dann Akkupack-Container drauf stehen. Diese Akkucontainer sollen bereits bei Frachtschiffen eingesetzt werden, um diese so schnell “laden” zu können.

      Am Ziel - leeren Container runter, vollen drauf, Zug wieder voll und abfahrbereit. Alles, was man zwischendrin via Oberleitung nachladen kann, ist dann “nur” nettes Extra. Und das System wäre ineroperabel

    • PreppaWuzz@discuss.tchncs.de
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      5
      ·
      2 days ago

      Höheres Gewicht bedeutet auch mehr Rekuperation, so dass der zusätzliche Verbrauch durch das Gewicht nicht so stark ist. Kennt man auch vom BEV, da macht das Gewicht beim Verbrauch kaum Unterschied. Ich hab zwar keine Ahnung, wie gut ein Zug rekuperieren kann, die mechanischen Bedingungen von Metall-Radreifen auf Schiene ist ja deutlich anders als Gummi auf Asphalt, aber laut Artikel rekuperieren sie schon.

      Dazu kommt, dass der Akku ja “nur” Strecken ohne Oberleitung überbrücken muss. Für eine Regionalbahn, die nur von Kleinkleckersdorf nach Unteroberbach auf nicht elektrifizierten Strecken fährt, ist das nix, aber gerade auf Langstrecken dürfte es umso besser funktionieren.

    • Ephera@lemmy.ml
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      3
      ·
      2 days ago

      Denke, die brauchen hauptsächlich bei den Anfahrtswegen viel Saft, bis die Masse mal rollt. Vielleicht kann man die elektrifizieren und dann eben auf Rekuperation hoffen, falls man doch mal halten muss…? 😅

      • loki518@feddit.org
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        2 days ago

        Bisher sind tatsächlich die meisten Güterverkehrsstrecken mit Oberleitungen elektrisiert, in diesem Thread hat golden_trashcan das sehr gut angemerkt :)

        • Ephera@lemmy.ml
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          ·
          2 days ago

          Ja, habe ich kurz nach dem Absenden gelesen. In dem Fall ist mein Expertenkommentar natürlich für die nicht-elektrifizierten Strecken. 🙃

      • anton@lemmy.blahaj.zone
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        2 days ago

        Das Problem ist, wenn aus irgendeinem Grund (Personen auf dem Gleis, …) angehalten werden muss, gewinnt der Zug nur 40%^* zurück. Zum Anfahren benötigt der Zug natürlich wieder den ganzen Strom.

        ^* Wert von Wikipedia enthält Umwandlung für Netzeinspeisung; wahrscheinlich geringer bei Kondensatoren/Batterien

    • Kazumara@discuss.tchncs.de
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      ·
      2 days ago

      Andererseits können Güterzüge auch bedeutend länger sein, weil sie nicht von langen Bahnsteigen abhängig sind, also brauchen sie vielleicht gar nicht so hohe Dichte?

      • loki518@feddit.org
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        2 days ago

        Mit Energiedichte meine ich, dass man relativ kompakt viel Energie speichern muss, um sie dann in einem Motor in kinetische Energie umzusetzen, also beim Zug halt Strecken zu fahren. Die Länge vom Zug dürfte da wenig unterschied machen, weil (so meine Annahme, bitte korrigieren wenn falsch) Güterzüge auch wieder nur einen Motor haben, der viel mehr Energie umsetzen muss als ein Personenzug und damit muss mehr Energie um den Motor gebündelt werden. Ähnliches Prinzip sehe ich da bei LKWs, bei denen es mit momentaner Batterietechnik nicht sinnvoll ist, von Diesel wegzugehen, weil in Diesel viel mehr Energie gespeichert werden kann als in Batterien

        • Kazumara@discuss.tchncs.de
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          ·
          2 days ago

          Ich habe dich schon richtig verstanden wie’s aussieht, und ich sehe auch dass man mehr Energie braucht um die höhere Masse zu beschleunigen.

          Aber warum meinst du dass es kompakt sein muss? Darauf wollte ich mit der Zuglänge hinaus, wenn die Güterzüge eh viel länger sein dürfen, kann man doch auch etwas mehr Platz für Batterien einplanen. Zum Beispiel einen Batteriewagon hinter der Lok anhängen. Sagt ja keiner dass das alles in die Lok reingequetscht werden muss. Denke ich zumindest. Bin auch Laie in Bahnfragen.

          Das wäre dann auch der Unterschied zu LKW, wo der Platz und das Gewicht eben eher problematisch ist. Ich glaube da hat man das Maximalgewicht für die Kategorie um zwei Tonnen erhöht damit ihnen das Batteriegewicht nicht die erlaubte Zuladung versaut.

    • jokro@feddit.org
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      3
      ·
      2 days ago

      Der Luftwiderstand ist da sicherlich entscheidender und vermutlich deutlich höher als bei den schnittig geformten Personenzügen.

      • Redjard@reddthat.com
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        7
        ·
        2 days ago

        Dachte das ist eine Konsequenz langsamerer Geschwindigkeiten.

        Güterzüge haben nicht den selben Zeitdruck, und können daher langsam aber hocheffizient fahren. Und weil Luftwiederstand sehr viel schneller skaliert, ist er dann gegenüber dem Rollwiederstand schnell irrelevant. Die Dinger sind bei 30km/h sicher effizienter als jeder aerodynamische ice bei 200km/h.

      • poVoq@slrpnk.net
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        ·
        1 day ago

        Luftwiderstand erhöht sich quadratisch mit der Geschwindigkeit, daher bei viel langsamer fahrenden Güterzügen weniger relevant (und daher sind die auch nicht windschnittig).

    • Eunie@feddit.org
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      2
      ·
      1 day ago

      Idee ist glaube ich sich den teuren Infrastrukturausbau zu sparen und stattdessen einen Zug zu nehmen, dem es reicht wenn nur Abschnitte oder Bahnhöfe elektrifiziert sind, wo er geladen wird. Plus der Zug wird nicht sofort nutzlos wenn sie dann doch elektrifiziert wird.

      • thisfro@slrpnk.net
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        1
        ·
        16 hours ago

        Gemäss Allianz Pro-Schiene, soll diese Strecke vom Bund elektrifiziert werden: https://www.allianz-pro-schiene.de/wp-content/uploads/2026/05/260504_Karte-80-Prozent-Ziel-Streckenelektrifizierung.pdf

        Ich denke mir einfach, dass so ein neuer Batteriezug auch nicht ganz günstig sein wird und es besser wäre, die Batterie stationär zu haben. Dann könnte sie für alle Züge genutzt werden oder auch für anderes. Aber vlt. geht es darum, eine Übergangslösung zu haben und Emissionsvorgaben zu erreichen.

        Fairerwesie muss man auch sagen, dass die Züge ja dann auch auf anderen Strecken eingesetzt werden können, welche sich wegen geringer Auslastung nicht zu elektrifizieren lohnen. Mich wunderte es hier (ohne die Region zu kennen), dass eine Strecke zwischen zwei doch relativ grossen Orten nicht eh schon elektrifiziert ist, bzw. jetzt nur mit Batterie.

  • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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    6
    ·
    2 days ago

    Oh, guckt mal, es gibt ja doch noch Beispiele, wie man sinnhaft Brückentechnologien entwickelt umd nutzt. Dass ich das noch erleben darf, da wird mir ganz warm in der Brust.

  • Ephera@lemmy.ml
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    5
    ·
    2 days ago

    Letztens erst in einer Diskussion drauf gekommen, ob man nicht so E-Auto-Akkus an einen Zug dranschnallen könnte. Sind dann aber davon ausgegangen, dass das evtl. nicht gemacht wird, weil die zu schwer sind. In Bahnhöfen zwischenladen ist aber natürlich schon nochmal schlauer. 😅

    • Jesus_666@lemmy.world
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      4
      ·
      2 days ago

      Und während der Fahrt laden können sie auch noch, wenn eine Oberleitung da ist. Ganz schön plietsch.

      • Ephera@lemmy.ml
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        1
        ·
        2 days ago

        Joa, grundsätzlich schon bewusst, auch dass das keine Glanzleistung der Schlussfolgerung war (“Man macht es nicht, also wird’s schon einen Grund geben.”).

        Aber hätte ja sein können, dass weil Züge mehr Nutzlast über längere Strecken transportieren müssen, dass dann das Zusatzgewicht ein Problem darstellt…