Einige meiner Gedanken über Verteidigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Schreibt mir gerne, was ihr davon haltet. Lieber Gruß!

  • dubbel@discuss.tchncs.de
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    13 days ago

    Ein lesenswerter Artikel, danke.

    Was mir oft, auch bei den Kommentaren hier, fehlt, ist die konkrete Situation und die Unterscheidung von Wehrpflicht (zur Abschreckung) und Wehrpflicht im Kriegsfall.

    Ich habe damals verweigern wollen, weil ich in der Situation (Bundeswehr als Einsatzarmee die rund um den Globus versucht Terrorismus zu bekämpfen) nicht von ihren Aufgaben überzeugt war bzw. den Zivildienst als sinnvoller empfand. Bei mir wurde dann zwischen Musterung und schreiben des Briefes die Wehrpflicht ausgesetzt, also hatte sich die Frage für mich erstmal erledigt.

    Seitdem hat sich die Situation und der Hauptzweck der Bundeswehr natürlich verändert, wieder hin zur Abschreckung bzw. Landes- und Bündnisverteidugung. Hier kann ich den Sinn einer Wehrpflicht zur Abschreckung des russischen Regimes durchaus nachvollziehen. Für mich macht es darüberhinaus auch keinen Unterschied, ob Putin jetzt die Letten oder die Sachsen unterjochen will, solange die Letten und Sachsen dagegen sind.

    Ich bin voll dabei die derzeitige deutsche Regierung zu kritisieren, kann den Unmut der Jugend speziell nach der Pandemie und mit Hinblick auf die Klimakrise absolut nachvollziehen. Aber ich sehe unser demokratisches system trotzdem als schützenswert an, gerade wenn die alternative ein imperialistischer Nationalismus ist.

    Angesehen davon sollte man auch nicht so tun, als sei diese Generation die allererste, die Wehrdienst leisten müsste. Das haben Generationen vorher auch machen müssen (und für wichtige Rechte wie zB einfachere Verweigerung gekämpft), sie wurde nur für etwa 15 Jahre ausgesetzt. Gerade wenn wir in Zukunft auf eine Auswahlwehrpflicht zusteuern, in der, verglichen zu der ursprünglichen Wehrpflicht, sehr viel weniger und auch eher die motivierten/fähigen Männer gezogen werden, ist die tatsächlich eine Verbesserung gegenüber der alten Wehrpflicht.

    • baleanar@discuss.tchncs.de
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      13 days ago

      Egal wozu der Wehrdienst oder die Verteidigung ist, es muss etwas geben dass menschen verteidigen wollen. Freunde, Familie, Nachbarn, Lebensstil, Besitz. Freunde (echte, gute Freunde) haben Menschen immer weniger, Nachbarn kennen die meisten nicht, Besitz ist meistens mobil (Immobilien besitzen immer weniger weniger junge Menschen), und Lebensstil… naja, TikTok, Alk und Fast Fashion kannst du überall finden. Wobei, ein wachsender Teil der Gesellschaft wünscht sich ein Welt ohne so viel Digitalherrschaft und Trends.

      Die Gesellschaft wurde auch immer individualistischer erzogen damit sie sie einfacher zu kontrollieren ist. Wer nur an sich denkt wird nur zu seinen Gunsten wählen und handeln. Die Rückwirkung ist natürlich dass man weniger dazu bereit ist sich für andere einzusetzen.

      Die reichen Neoliberalen und Konservativen haben, wie immer, nur ans Geld gedacht und nicht an die Folgen ihres eingreifen gedacht. Jetzt müssen sie darum kämpfen (natürlich nicht wortwörtlich, das würden die nie tun) andere zu überzeugen ihr System zu verteidigen.

      • trollercoaster@sh.itjust.works
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        12 days ago

        Tja. Der Neoliberalismus frisst seine Kinder. Die Gesellschaft wurde jahrzehntelang systematisch zu oberflächlichen, egoistischen und passiven Konsumenten erzogen und verhält sich jetzt so.

        • baleanar@discuss.tchncs.de
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          10 days ago

          Manchmal liegen Dinge auf der Hand und man sieht sie einfach nicht 😄 Passiert mir auch öfters.

          Zum Beispiel Sarg ist kurz für Sarkophag was “Menschenfresser” bedeutet. Dachte lange Zeit es wäre ein Germanisches Wort aber es kommt aus dem Griechischem. Tja…