Gestern im EU Parlament beschlossen: Im Supermarkt dürfen künftig bestimmte genveränderte Lebensmittel ohne Kennzeichnung im Regal stehen. In rund zwei Jahren sollen die Regeln gelten. Außerdem wird es im Zuge der Zulassung der “Neuen GenTechnik” (NGT) auch viel einfacher möglich sein, Pflanzen und Gene zu patentieren. Selbst Gene aus alten Kulturpflanzensorten können - als angebliche Erfindungen - zukünftig patentiert werden. Das Ergebnis ist ein Sieg auf ganzer Linie für mächtige Agrarkonzerne wie Bayer-Monsanto, Corteva und Co., die sich in Zukunft die Patentanwälte und Rechtsabteilungen für die absehbaren Konflikte mit kleineren Züchtern und Bauern leisten können. Die Verlierer sind Mittelstand, Verbraucher*innen und die gentechnikfreie Landwirtschaft, wie etwa der Bio-Landbau. Der Vorschlag wurde von EVP (CDU/CSU), Liberalen (FDP) und extremrechten Parteien im EU Parlament ohne durch Sozialdemokraten, Grüne und Linke gewünschte Änderungen durchgewunken. Der Kapitalismus expandiert mit dieser Regelung auch in der EU in den Bauplan allen Lebens hinein: ins Genom.



ich bin dafür. die gentechnik wurde lange als gefährlich eingeschätzt weil die praktische erfahrung damit fehlte. das war 1970. mittlerweile gibt es sehr große mengen an forschungsarbeiten in dem bereich und wir wissen deutlich besser, wie sich was auswirken wird.
auch das risiko, dass sich diese “neuen sorten” dann in der natur breitmachen und somit in konkurrenz zur natur stehen, denke ich ist sehr gering. denn die neuen sorten sind dann abhängig davon dass menschen sich um sie kümmern. z.b. tomaten mit größeren früchten stehen nicht in konkurrenz mit natürlichen tomaten, da die neuen tomaten in der natur nicht bestehen könnten, da sie sofort von insekten gefressen werden (weil sie ja jetzt schmackhaftere früchte haben). insofern ist das risiko einer kontamination der natur sehr gering.
schlussendlich ist gentechnik eine art der softwareentwicklung. man schreibt neue ideen nieder die dann auswirkungen in der realität haben. solange das mit genug vorsicht, strengen grenzen und gut fundierten einsichten geschieht ist das insgesamt eine gute sache.