• realitaetsverlust@piefed.zip
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    13 days ago

    Allerdings muss eine Demokratie auch wehrhaft sein, gegen Feinde von innen oder außen.

    Absolut korrekt. Allerdings sind wir nicht in einer Situation, in der Gewalt notwendig oder überhaupt sinnvoll wäre. Gewaltsamer Widerstand wäre notwendig, wenn die Partei am Drücker ist und überwiegend uneingeschränkt regieren kann - was die AfD faktisch zum aktuellen Zeitpunkt nicht kann. Wir sind aktuell noch in der Phase, in der wir sie verhindern können. Und meinst du, du haust einem AfD Wähler auf die Fresse und der denkt sich dann: “Ach scheiße. Dann wähl ich nächste BTW wohl lieber was anderes.” Bestimmt nicht. Der denkt sich: “Scheiß Linke jetzt wähl ich erst recht AfD!”.

    Was hilft, ist tatsächlich mit unentschlossenen oder uninformierten Wählern zu reden, zu fragen, warum sie die AfD wählen und die Gründe Stück für Stück auseinandernehmen. Das ist bei Gott nicht schwierig, weil diese Kremlnutten eigentlich überhaupt keine Lösungen anbieten sondern nur irgendwelche dummen Parolen. Richtiger Aktivismus, nicht dieses “Haha Nazis schlagen” - damit kriegst du die 20% AfD nicht kleiner. Damit kriegst du sie nur größer.

    Abgesehen davon halte ich das oben dargestellte Szenario nicht für realistisch, sondern eher für eine Metapher oder übertriebene Darstellung

    Klar, aber ich hab mich ja auf die allgemeine politische Situation bezogen, und wenn du nur mal hier in den Faden schaust, siehst du ja einige, die das offenbar unironisch so meinen. Und es ist eine relativ verbreitete Meinung im Fediverse, so schade das ist.

    • Latschenkiefer@feddit.org
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      12 days ago

      Absolut korrekt. Allerdings sind wir nicht in einer Situation, in der Gewalt notwendig oder überhaupt sinnvoll wäre.

      Hab ich was anderes gesagt? Es klang in deinem ersten Kommentar nur so als würdest du grundsätzlich Gewalt als Antidemokratisch ansehen.

      siehst du ja einige, die das offenbar unironisch so meinen. Und es ist eine relativ verbreitete Meinung im Fediverse, so schade das ist.

      Glaube da haben Leute eher ne große Klappe im Internet oder wollen ein wenig Frust ablassen.

      • realitaetsverlust@piefed.zip
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        12 days ago

        Es klang in deinem ersten Kommentar nur so als würdest du grundsätzlich Gewalt als Antidemokratisch ansehen.

        Ne, tu ich nicht, aber es muss nunmal das allerallerallerALLERletzte Mittel sein, wenn alles andere bereits komplett ausgeschöpft wurde. Und Gewalt hätte zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn. Wie gesagt, die Leute ändern ihre Einstellung nicht, nachdem sie verschlagen wurden.

        Glaube da haben Leute eher ne große Klappe im Internet oder wollen ein wenig Frust ablassen.

        Aus meiner politischen Arbeit kann ich dir sagen, dass das sicher nicht bei allen so ist. Ich hab solche dummen Sprüche IRL bereits des Öfteren gehört.

        • Latschenkiefer@feddit.org
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          12 days ago

          Ne, tu ich nicht, aber es muss nunmal das allerallerallerALLERletzte Mittel sein, wenn alles andere bereits komplett ausgeschöpft wurde.

          Die Grenze ist halt nicht ganz klar definiert, aber ich stimme dir grundsätzlich zu.

          Ich hab solche dummen Sprüche IRL bereits des Öfteren gehört.

          Aber dumme Sprüche bringen ist ja was anderes als auch so zu handeln. Ich bin frustriert von der aktuellen Situation und habe auch Angst vor dem was die Zukunft so bringt. Ich denke vielen geht es genauso. Da bringt man dann manchmal halt solche Sprüche um sich besser zu fühlen.

    • rbn@sopuli.xyz
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      13 days ago

      Und meinst du, du haust einem AfD Wähler auf die Fresse und der denkt sich dann: “Ach scheiße. Dann wähl ich nächste BTW wohl lieber was anderes.” Bestimmt nicht. Der denkt sich: “Scheiß Linke jetzt wähl ich erst recht AfD!”.

      Sehe ich ähnlich wie du. Unabhängig davon, ob man Gewalt gegen Rechtsextreme moralisch legitimiert oder geboten sieht, finde ich es einfach nicht zielführend.

      Man kann die Gesinnung nicht aus Leuten rausprügeln. Im Gegenteil fürchte ich eher, dass man… a) die Leute in ihrer Gesinnung weiter festigt, da sie - selbst wenn ein umdenken einsetzen würde - keine Exit-Perspektive haben b) den Geprügelten noch damit hilft, ihr Opfer-Narrativ weiter auszubauen und damit dann c) weitere Leute in deren Arme treibt (“die hamn den armen Helmut verkloppt bloß weil der XY gemacht/gesagt/gewählt hat”)

      @ Die Leute, die hier runterwählen: Mal angenommen, morgen abend lauert euch ein Trupp Faschos auf dem Nachhauseweg auf und schlägt euch wegen eurer “linken Hetze” auf Lemmy zusammen. Glaubt ihr, dass das wiederum deren Zielen zugutekäme? Ich habe gewisse Zweifel, dass ihr danach weniger links wärt, die entsprechenden Aussagen auf Lemmy stoppen würden, ihnen der Anschlag positive Presse einbringt oder sie dadurch neue Anhänger finden würden.

      • RoflmasterBigPimp@feddit.org
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        12 days ago

        Mein Problem ist eher das Faschos ja oftmals einfach gar nicht bestraft werden. Weder offiziell noch inoffiziell. Und das wissen die auch und kalkulieren das mit ein.

      • trollercoaster@sh.itjust.works
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        12 days ago

        Genausowenig kann man die Gesinnung aus gefestigten Nazis rausargumentieren. Ein bestimmter Teil der Bevölkerung ist ideologisch gefestigt. Das Einzige, was man daran machen kann, ist ein gesellschaftliches Klima schaffen, in dem die sich nicht trauen, ihre Gesinnung öffentlich kundzutun. Der Kuschelkurs und “gesittete Diskurs”, der aktuell als der Höhepunkt der Demokratie zelebriet wird, führt eher zum Gegenteil. Und wenn die ideologisch gefestigten Nazis sich mit ihrer Gesinnung an die Öffentlichkeit trauen, fangen die sich in großem Maßstab Mitläufer ein.

        Wir brauchen wieder ein gesellschaftliches Klima, in dem Nazis in der Öffentlichkeit die Fresse halten.

        • rbn@sopuli.xyz
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          12 days ago

          Genausowenig kann man die Gesinnung aus gefestigten Nazis rausargumentieren.

          Da gebe ich dir recht. Man wird niemals alle erreichen, ABER…

          • Wer gefestigt ist und wer vielleicht wackelt kann man von Außen nicht unbedingt beurteilen. Schon vor Jahrzehnten gab es Aussteiger, die trotz extremer Gesinnung und teils auch Taten nochmal die Kurve gekriegt haben. Siehe zum Beispiel https://www.exit-deutschland.de/
          • Kenne ich keine Quelle oder Studie, die belegt, dass man Menschen durch Gewaltandrohung so effektiv einschüchtern kann, dass sie, wie du sagst, “in der Öffentlichkeit die Fresse halten”. Selbst wenn das vielleicht in Einzelfällen gelingt, hast du dann zwei neu aufgestachelte neue.
          • Aus meiner Sicht ist jeder einzelne AfD-Wähler problematisch, aber nur ein kleiner Teil besagte gefestigte Nazis. Auch die “loseren” Anhängern identifizieren sich aber aktuell stärker mit den wirklich rechten Nazis als mit Antifa und Co. Wenn jetzt Fraktion richtig links den politischen Gegnern der Fraktion richtig rechts aufs Maul haut, dann zementiert sich links immer weiter als Feindbild und das eigene Lager als ungerecht behandelt, unterdrückt usw. (“man wird ja wohl noch seine Meinung sagen dürfen”)
          • Außerhalb der politischen Ränder wird Gewalt in der Gesellschaft als Protestform weitgehend abgelehnt. Auch in der gemäßigten linksgeneigten. Wenn die neutralen Leute linke Aktivisten mit Gewalt assoziieren, dann ziehen manche daraus den Schluss, dass am von AfD, CDU, Trump, Verfassungsschutz etc. gezeichneten Bild vielleicht doch etwas wahres dran sein muss.
          • Legitimiert Gewalt in gewisser Weise auch die Gewalt der Gegenseite. Wenn morgen jemand aus der Linien linken Szene blutend im Rinnstein liegt, kann man das dann schön als “beide Seiten hauen sich gegenseitig die Köpfe ein”, “Hufeisen”, “die aber auch” framen.

          PS: Ich beziehe mich mit meiner Meinung primär auf Gewalt gegen Personen. Gewalt gegen Dinge sehe ich grundsätzlich auch kritisch, aber insgesamt etwas differenzierter.