An meinem Arbeitsplatz gibt es zwei Mitarbeiter, die an privaten Hochschulen im Fernstudium ein Bachelor zum Physician Assistant absolvieren und dafür Studiengebühren von 700 Euro pro Monat zahlen. Das erscheint mir teuer und nicht gut: Wenn man etwas medizinisches studiert, reicht es nicht aus, nur die Theorie zu lernen; man braucht auch Mentoren, die einem die kleinen Tricks des Fachs beibringen und praktische Erfahrungen vermitteln, und das bekommt man im Fernstudium nicht. Oder irre ich mich? Weiterhin eine private Hochschule möchtet vor allem nicht, dass du lernst, sondern dein Geld. Wäre es nicht sinnvoller das Studium an einer Hochschule zu absolvieren, die mit einem Krankenhaus sehr gut vernetzt ist?

Ich habe ein Bachelor zum Physician Assistant an einer öffentlichen Hochschule mit einem interessanten Lehrplan gefunden und ihn mit dem Lehrplan dieser Fernhochschule verglichen. Die öffentliche Hochschule erscheint mir besser und realistischer, mit Schwerpunkt auf Englisch und Forschung. Mein Problem ist, dass ich 200 km umziehen müsste, und es war schon so schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden dort, wo ich jetzt arbeite – vielleicht machen diese Kollegen deshalb den Fernstudiengang.

Dort, wo ich geboren bin (nicht EU), gibt es auch private Hochschulen, darunter private Fernhochschulen, aber die sind für Studierende gedacht, deren Gesamtnote nicht hoch genug war, um auf eine öffentliche Hochschule studieren zu dürfen. Ist die Situation in Deutschland dieselbe?

Wer hat bessere Arbeitschancen nach dem Bachelor?

  • glasratz@feddit.org
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    2 months ago

    Soweit ich das beruflich mitbekommen habe, ist das Studium zum Physicians Assistant sowieso etwas unausgegoren, da es nicht an Hochschulen mit medizinischer Fakultät unterrichtet wird. Sattdessen soll so ziemlich das gesamte praktische Wissen über Praktika an Kliniken in den Semesterferien vermittelt werden. Insofern ist es womöglich nich so viel unterschied, ob man hier ein Fernstudium macht. Die Praktika muss man sowieso in Präsenz machen.

    Warum das etwas unausgegoren ist: Eigentlich bräuchten PAs eine fundierte praktische Ausbildung. Das ist über einige Wochen Praktikum an Kliniken, die oft nicht mal darauf ausgelegt sind unter Umständen schwierig. Ich kenne eine Klinik, die nach einem Durchlauf ausgestiegen ist, weil sie selbst gesagt haben, dass sie das im laufenden Betrieb nicht leisten können, auch wenn sie die absolventen dringend brauchen könnten.

  • UnfortunateShort@lemmy.world
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    2 months ago

    Im medizinischen Bereich greift man vermutlich am ehesten zu Privatschulen, weil die Plätze an den öffentlichen Universitäten sehr knapp sind. Dort bezahlt man eher die Hälfte oder weniger, und kriegt dafür noch günstiges Mittagessen und ein Ticket für den Nahverkehr. Über die Berufsaussichten im medizinischen Bereich kann ich nicht viel sagen, aber die öffentlichen Hochschulen haben in Deutschland generell einen guten Ruf.

    Wenn du studieren willst, würde ich vielleicht noch andere Möglichkeiten in Betracht ziehen, falls es mit Medizin nicht direkt klappt. Eventuell gibt es ja in der Nähe auch was in Richtung Biologie, Pharmakologie, Pflegewissenschaften oder Management mit Schwerpunkt Medizin/Pharma/Pflege usw. Masterstudiengänge bieten teilweise auch gute Chancen für einen “Quereinstieg”, man kann teilweise etwa einen Bachelor in Bio und dann seinen Master in Biochemie machen o.ä.