Der designierte Gesundheitsminister Carsten Linnemann macht aus seinem fehlenden Fachwissen kein Geheimnis. Im Gesundheitswesen will er erstmal aufräumen. Einfach mal machen.

  • 5ibelius9insterberg@feddit.org
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    4 days ago

    „Wir haben immer noch über 90 Krankenkassen, die in der Regel die gleichen Leistungen anbieten. Riesen Verwaltungsvolumen, da müssen wir ran. Mindestens die Hälfte. Ich finde, zehn Krankenkassen in Deutschland reichen“

    Die Verwaltungskosten sind nicht so hoch und viel langsamer gestiegen als Leistungsausgaben. Vielleicht sollte man erstmal da sparen wo es sich richtig lohnt und nicht da wo es (scheinbar) am einfachsten ist.

    • Sir_Ious@feddit.org
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      3 days ago

      Kuriosum, das jeder mit einem einfachen Dreisatz berechnen kann: Im Jahresvergleich ist der Anteil der Verwaltungskosten an der Gesamtsumme sogar gesunken von 4,9% (2014) auf nunmehr 4% (2024).

      Das Beispiel zeigt leider einmal mehr: Die der CDU regelmäßig angedichtete “Wirtschaftskompetenz” ist ein Mythos. “Wirtschaftskompetenz” heißt nicht, dass CDU-Leute wirtschaftlich rechnen können. Vielmehr bedeutet es, dass sie ein offenes Ohr für alles haben, was sich für ihre Freunde und Verwandten aus der “freien Wirtschaft” rechnet.

      • Ooops@feddit.org
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        3 days ago

        Naja, passt halt in das übliche Narrativ der nötigen Entbürokratisierung (lies: Deregulierung für die reichen Kumpels und Einsparungen, um das System kaputt zu machen, als de facto Deregulierung durch die Hintertür).

      • DrunkenPirate@feddit.org
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        3 days ago

        Schön das du das relativierst. Dreisatz.

        In absoluten Zahlen sind das innerhalb von 10 Jahren ein Plus von 30% von 10 auf 13 Mill Euro.

        Das finde ich schon ziemlich viel.

        Die Leistungskosten sind noch mehr explodiert. Das macht die Verwaltungskosten jetzt aber nicht besser. 30% in 10 Jahren sind mehr als die Inflation in dem Zeitraum.

        So kann man sich auch die Kreditrate für einen fetten MercedesSUV schön rechnen, oder? Muss ich nur 4% Leasing vom Autowert zahlen. Nicht 6% wie beim VW Up. 3.000€ vs 300€ im Monat.

        Wirtschaftskompetenz, mmm, ja klar

        • Sir_Ious@feddit.org
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          3 days ago

          Wenn man 10 Milliarden inflationsbereinigt, kommt von man von 2014 bis 2024 auf gut 12,6 Milliarden Euro. Da bleibt von deinen “Plus von 30%” nicht mehr viel übrig. Der Rest ist in absoluten Zahlen immer noch ein Batzen, und, ja, den kann man auch damit erklären, dass die Chefetagen sich gut was einstecken; du wirst es nicht erleben, dass ich mich schützend vor die deutsche Versicherungswirtschaft stelle und jegliche verdiente Prügel von ihr fernhalte. 😉

          Das Argument steht im Kern aber trotzdem: Wenn ein Herr Linnemann zur Kostensenkung bei der KV allein auf die Verwaltungskosten guckt, statt erstmal einen Blick auf die Margensteigerungen der Pharmakonzerne zu werfen, die deutlich zum Anstieg der Leistungskosten beigetragen haben, dann ist das eben verlogene Scheiße.

          • zaphod@sopuli.xyz
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            3 days ago

            Die gesetzlichen Krankenversicherungen und die Versicherungswirtschaft sind aber doch sehr unterschiedliche Dinge.

          • DrunkenPirate@feddit.org
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            3 days ago

            Nur die Verwaltungskosten senken macht auch keinen Sinn. Da muss überall was ab, denn viele haben es sich da gemütlich eingerichtet.

            Mich störte diese schräge Relativierung der Kostensteigerung in der Verwaltung.

    • GardenGeek@europe.pub
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      4 days ago

      Ein Grund warum die Kosten steigen (einer, nicht der einzige) ist die zunehmende gewinnorientierung im Gesundheitssystem dank fachfremden Investoren. Wenn Leistung x vorher y Euro gekostet hat kostet sie jetzt halt y + 15 % Renditeerwartung. Zusätzlich werden eher lukrative Behandlungen empfohlen wenn es einfache auch getan hätten.

    • Wrufieotnak@feddit.org
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      3 days ago

      Vor allem ist die Grundannahme schon nicht korrekt in meine Augen.

      Wenn wir mal annehmen, dass ein Sachbearbeiter 10 Fälle am Tag bearbeiten kann, mit allen Urlaubstagen, Krankentagen, etc. statistisch schon einberechnet. Und sagen wir 100’000 Fälle pro Tag anfallen. Dann brauche ich 10’000 Sachbearbeiter. Und die Nummer ändert sich nicht. Jetzt müssen die natürlich in Teams aufgeteilt werden und entsprechend in Abteilungen. Sagen wir 10 Sachbearbeiter in 1 Team mit Teamchef und 10 Teams in 1 Abteilung mit Abteilungschef. Also 11100 Mitarbeiter die direkt an der Sache arbeiten. Da ist es aber scheiß egal ob ich die in 3 große Firmen stecke oder in 30. Die Fälle sind da und müssen bearbeitet werden. Also die Mitarbeiter sind notwendig.

      Jetzt kommen natürlich noch Personal, IT und Buchhaltung. Aber auch die skalieren mit der Größe des Unternehmens. Wenn ich 3 große Firmen habe, müssen die auch mehr Leute betreuen, heißt diese Bereiche sind auch größer und werden auch wieder in Teams mit Teamchef etc. aufgeteilt.

      Der einzige Punkt der wegfällt, ist die Führungsebene, weil ich brauche nicht 30 Chefs für 3 Firmen.

      Wo Einsparpotential in den meisten Verwaltungen liegt sind die Prozesse selbst. Da werden leider häufig Papierprozesse genommen und 1 zu 1 in digitale Prozesse überführt statt die effizienter zu gestalten.

      • DrunkenPirate@feddit.org
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        3 days ago

        Wenn du so ein Unternehmen betreibst, dann gehst du schnell Pleite. Unternehmen, die nur über Personal skalieren sind Kostenfresser. Den Umsatz steigt, deine Kosten auch und der Gewinn wird gaaanz langsam mehr. D.h. du kaufst dir mehr Finanzrisiken ein. Da bleibt man lieber klein.

        Wobei ich mir allerdings bei den Ämtern durchaus vorstellen kann, dass die genau so arbeiten. Müssen ja nicht sparen und haben im Zweifel, den Zwang alles im Detail zu prüfen.

        So kann man natürlich nicht effizient arbeiten.

        • Wrufieotnak@feddit.org
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          3 days ago

          Wieso sind <5% Verwaltungskosten bei dir Kostenfresser? Da kannst du eine Rosskur machen und 50 % Kosteneinspsrung erreichen und hast… 2,5 % mehr Geld von der Gesamtmenge zur Verfügung oder eine Erhöhung der Leistungsgelder um 2,6 %.

          Ich weiß ehrlich nicht wo das für dich Punkte sind an denen wir ansetzen müssen um unser Gesundheitssystem zu verbessern.

          Aber gucken wir uns doch mal an, wo so große Geldpunkte sind:

          Der Anteil der Kliniken privater Trägerschaft hat in den letzten Jahren stetig zugenommen: von 21 Prozent in 1999 auf 38 Prozent in 2019. Die öffentlichen Krankenhäuser machen mit 28 Prozent zwar mittlerweile den geringsten Anteil aus, verfügen aber, auch durch große Unikliniken, über fast die Hälfte aller Betten. Während bei den öffentlichen und freigemeinnützigen Trägern der erwirtschaftete Gewinn innerhalb des Gesundheitssystems bleibt, verdienen bei privaten Einrichtungen die Anteilseigner bis zu 15 Prozent Rendite.

          Na hoppla, 15% Gelder die einfach so aus dem System abgezweigt werden, oder um es deutlicher zu machen: 6 mal so viel wie du sparen würdest wenn du das unmögliche schaffen würdest und die Verwaltungskosten halbieren würdest.

          Das Geld ist da. Es ist nur ungleich verteilt und es gibt irgendwie komischerweise echt viele Menschen die immer bei den Ärmsten nach Geld gucken, statt bei den Reichsten.

          • DrunkenPirate@feddit.org
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            3 days ago

            Also würdest du lieber bei den Leistungsgeldern ansetzen? Das ist politisch schwierig durchzusetzen.

            • Wrufieotnak@feddit.org
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              3 days ago

              Ich würde die Privatisierung des Gesundheitswesen so gut wie ausmerzen. Da werden Gelder aus dem System gezogen. Und das das politisch bei unserer Regierung mit schwarzer Nekrose im Endzustand schwierig ist, ist mir selbst klar. Aber es geht ja nicht darum, was einfach umzusetzen wäre, sondern was dem System hilft, wieder seine Aufgabe vernünftig zu erfüllen.

              • BigShammy80@feddit.org
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                3 days ago

                Wenn die Privatisierung so weitergeht, dann haben wir in ein paar Jahren Zustände wie in den USA. Gesundheit für die Reichen, die Armen sterben, weil sie kein Insulin oder Ähnliches bekommen.