Machtmisbrauch ist in akademischen Kreisen wohl öfter ein Problem. Für Doktoranden hat der Doktorvater oft eine deutlich dominante Position. Ohne seine Unterstützung wird es schwer, irgendwohin zu kommen. Den Betreuer zu wechseln ist potenziell ungünstig für die akademische Laufbahn, wenn überhaupt möglich. Und gegen den Betreuer aussagen wird auch schwierig, wenn er ein respektiertes Mitglied der akademischen Elite ist. Und wenn die Doktorväter tendenziell Männer fortgeschrittenen Alters sind, sind Sexismus und Übergriffe praktisch vorprogrammiert.
Wenn potenziell brillante Köpfe vergrault werden, merken wir gar nicht was wir verlieren, was sie vielleicht für Fortschritte gebracht hätten. Das ist also nicht nur ein Problem von Würde und Respekt, sondern auch einer von vielen Steinen im Getriebe der Wissenschaft und Bildung.
Ich bin froh, dass diese Frauen sich Gehör verschaffen konnten und hoffe, dass sich auch wirklich was tut. Davon profitieren wir alle.
Wer sich dafür interessiert, sollte unbedingt den verlinkten Artikel im Ärzteblatt lesen. Da ist die volle Erklärung der Studentinnen sowie der gesamte Kontext zu lesen
Uns allen fünf weiblichen Mitgliedern unserer Delegation sind in den letzten drei Tagen Übergriffe passiert.
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Wir möchten uns bewusst nicht als Einzelfälle hinstellen, sondern auf ein systemisches Problem hinweisen und aufmerksam machen. 73,5 Prozent der Studentinnen erleben im Praktischen Jahr sexualisierte Gewalt.Zu dem Zeitpunkt der persönlichen Erklärung wollten die Delegierten zum Thema Machtmissbrauch generell debattieren – die Aussprache nahm dann eine deutliche Wendung.
Viele Delegierte veränderten spontan ihre Redebeiträge.
Auch Jana Pannenbäcker, Delegierte der Ärztekammer Westfalen-Lippe und Co-Vorsitzende des Ärztinnenbundes, zeigte sich sprachlos. […]
Schon lange gebe es beim Deutschen Ärztetag Anträge zu dem Thema, noch vor ein paar Jahren seien sie mit Nichtbefassung mehrheitlich abgelehnt worden.



