[…]

Für Friedrich Merz (CDU), vor seiner Kanzlerschaft angetreten mit dem Versprechen, die AfD zu halbieren, werden die Umfragen zunehmend zur Belastung. „Das sind Umfragen, die mich natürlich auch besorgen“, sagte Merz zuletzt im ZDF. Die Strategie des Kanzlers, mit Reformen die AfD kleinzuregieren, geht bislang nicht auf.

Der Politologe Marcel Lewandowsky, der sich an der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale mit dem Erstarken des Populismus und der Krise der Parteien beschäftigt, hält den Plan von Merz für illusorisch. „Reformen abzuarbeiten, wird die AfD nicht systematisch schwächen“, sagt er im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Die Kommunikation des Kanzlers nennt er zudem „ungeschickt“.

[…]

Union und SPD dürften der AfD in dieser Melange thematisch nicht hinterherlaufen, warnt der Politologe. Die Verschärfung der Migrationspolitik etwa habe nicht für mehr Zuspruch der Bundesregierung gesorgt. Auch in der Wirtschaftskrise müssten die Parteien der Mitte daher mit eigenen Ideen punkten.

„Auf die wirtschaftlichen Herausforderungen sollten die demokratischen Parteien mit klaren Positionen polarisieren“, sagt Lewandowsky. „Mit technischen Details und Förderprogrammen dringt man in einer verunsicherten Bevölkerung nicht durch“, sagt der Wissenschaftler und kritisiert etwa das blasse Auftreten von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU).

[…]

Doch ob Merz dafür der richtige Kanzler ist, daran zweifelt Lewitan zunehmend. „Der Kanzler spricht wie ein Technokrat, und ihm als Millionär wird nicht abgenommen, dass er die Ängste und Sorgen der Menschen versteht.“

  • rumschlumpel@feddit.org
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    4 days ago

    Das klingt, als würde die Bundesregierung eigentlich gute Arbeit machen und eher ein Marketingproblem haben. Ich würde eher sagen, dass die Regierung richtig beschissene Politik macht und zusätzlich noch medienwirksam die Bevölkerung beleidigt und verhöhnt.

    • Don Piano@feddit.org
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      4 days ago

      Das ist doch aber effektiv, was im Artikel steht. Keine Ideen schlecht, afd nachmachen schlecht, Kommunikation schlecht, als drei separate Punkte.

    • brainwashed@feddit.org
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      4 days ago

      Die Politik wird richtig unbeliebte Politik machen müssen, damit man hier strukturell mal vom Fleck kommt. Aber sie kriegt ja nicht mal das umgesetzt, sondern macht nur hier unter Symptom Bekämpfung mitsamt Verschlechterung für die Arbeitende Bevölkerung…

      • Ooops@feddit.org
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        4 days ago

        Nö, die Unbeliebtheit von Lösungen ist nicht gottgegeben, sondern ergibt sich erst, wenn man einerseits die Probleme lösen will, aber andererseits am neoliberalen Wahnsinn, der die Probleme verursacht, festhalten will.

        Deutsche Wähler haben also tatsächlich die Wahl. Gut, der Hirnschaden lässt scheinbar bei den Meisten kaum zu, mal ausnahmsweise nicht Rechts, Rechter, Rechtsradikal, mit extra Portion Korrupton zu wählen. Aber die Wahl hätten sie. Nur, weil man penetrant das Problem als vermeintliche Lösung wählt, heißt das nicht, dass es keine vernünftige Lösung gäbe.

        Ich stell ja auch nicht den Bock als Gärtner auf mein Grundstück und jammere dann, dass es keine Möglichkeit gibt, den Garten vernünftig in Schuss zu halten.

        • brainwashed@feddit.org
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          3 days ago

          wenn man einerseits die Probleme lösen will, aber andererseits am neoliberalen Wahnsinn, der die Probleme verursacht, festhalten will.

          Die Probleme, mit denen sich die westlichen Länder herumschlagen, sind allerorten gleich. Mehr alte Bevölkerung, teure Sicherungssysteme. Welches Land hat deiner Meinung nach den nichtneoliberalen Stein der Weisen gefunden?

          • ragas@lemmy.ml
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            3 days ago

            Wenn wir die Überreichen die den Wohlstand abschnorcheln auslassen, ja dann gibt es wirklich keine Lösung für diese Probleme.

              • ragas@lemmy.ml
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                3 days ago

                Das willst du jetzt nicht hören, aber China hat letztens viele Superreiche zu großen teilen Enteignet.

                Bei denen scheint es relativ gut zu laufen.

                • brainwashed@feddit.org
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                  3 days ago

                  Und hat damit scheinbar weder Jugendarbeitslosigkeit noch Rente gelöst. China ist in weiten Teilen turbokapitalistischer als wir, da würden wenige Deutsche arbeiten wollen, aber hey, immerhin treten sie auch die Rechte reicher Mitmenschen mit Füßen.

          • Ooops@feddit.org
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            3 days ago

            Nein, du nimmst genau wie erwähnt, den neoliberalen Wahn als gottgegebene Basis, und argumentierst dann von dort aus:

            Die bereinigte Wirtschaftsleistung pro Kopf ist in den letzten paar Jahrzehnten um mehr als das 3-fache gestiegen. Ja, “pro Kopf” also mit Demographie schon eingerechnet. Die “teuren” Sicherungssysteme" sind ebenso bereinigt nicht teurer geworden (siehe Sozialquote).

            (Zusätzlicher Fun-Fact: Das demographische Problem heute verschwindet, wenn man aufhört, nur auf die Rentner zu starren. Denn dafür haben wir weniger Kinder und die tatsächliche Quote Erwerbs- zu Nichterwerbstätigem hat sich ebenfalls nicht geändert. Kann das in ferner Zukunft ein Problem werden? Vielleicht, wenn der Produktivitätszuwachs nicht Schritt hält. Aber heute ist es eben keiner, und doch wird uns diese Lüge erzählt. Denn das Schüren eines Generationskonflikts ist -wie der Kulturkampf- ein beliebtes Mittel der Ablenkung.)

            Dem gegenüber stehen (wieder bereinigte Real-) Löhne, die stagnieren, und mit ihnen Renten, Rentenzahlungen, Gesundheitssystem, Soziales, Steuereinnahmen etc., die allesamt an den Löhnen hängen. Eine Steigerung um mehr als das Dreifache und die verschwindet komplett und nahezu unbesteuert nach oben, während das System, verglichen mit vor noch ein paar Jahrzehnten, nur am verbleibenden Drittel hängt.

            Der selbe technische und gesellschaftliche Fortschritt, der die Lebenerwartung erhöht, die Versorgung verbessert und zu demographischen Veränderungen führt, erhöht auch massiv die Produktivität des Einzelnen. Nein, dass heute zwei Arbeiter einen Rentner mitbezahlen müssen, wo es vor 30 Jahren noch 4 Arbeiter waren, ist absolut kein Problem, denn ein Arbeiter erwirtschaftet 6 mal soviel (Erinnerung: selbst pro Kopf noch mehr als 3 mal soviel). Oder es wäre kein Problem, wenn Neoliberalismus den Menschen nicht eingeredet hätte, dass all das Geld unbesteuert nach oben transferiert werden muss, weil das gut für die Wirtschaft ist und bald™ auch bei dir ankommt.

            Stattdessen wirst du kontinuierlich mit Scheiße gefüttert:

            Unsere Sozialsysteme werden immer teurer! Nein, tun sie nicht, die Sozialquote ist relativ konstant.

            Der Staat hat so viel Geld wie noch nie und gibt das ganze Geld nur falsch aus! Netter Versuch, aber wir wissen, wie Inflation funktioniert und dass Gesamtzahlen nicht aussagekräftig sind. Die Staatquote hingegen wäre es und siehe da…

            Die Demographie macht das System kaputt, weil viel weniger Menschen arbeiten! Nö, wieder falsch, weil diese Menschen im Gegenzug viel produktiver sind. Die Industrialisierung hat auch massive Mengen an Arbeitsplätzen zerstört und komischerweise wurde insgesamt trotzdem alles viel produktiver als Kinder plötzlich nicht mehr arbeiten, sondern faul Kind sein konnten. Verbesserung von Prozessen, Automatisierung, demnächst KI (also in den sinnvollen Anwendungen, nicht der in jede Form gepressten LLM Wunderwaffe - aber das ist ein anderes Thema): Es ist immer die selbe Geschichte… weniger Menschen arbeiten weniger Stunden pro Tag und sind doch so viel produktiver.

            Das einzige Problem ist die Verteilung: Wir schaufeln und schaufeln manisch alles zu Superreichen und warten darauf, dass es zu uns runter tropft. Und währenddessen wird uns eingeredet, dass ein Staat, der ein Sozial- und Rentensystem und fast die komplette Infrastruktur neu aufgebaut hat, sich als jetzt drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt nicht mal mehr deren Erhaltung leisten kann. Weil du einfach zu faul bist und endlich mal mehr Leistung für weniger Lohn erbringen must, damit es wieder läuft.

            So blöd, das Märchen trotz verfügbarer Zahlen und Fakten zu glauben, können die Menschen doch kollektiv nicht sein…

            TL;DR: Die bereinigte Wirtschaftsleistung pro Kopf ist in Wahrheit massiv gestiegen, die bereinigten Ausgaben nicht (siehe: Sozial- und Staatsquote). Warum ist die Demographie dann angeblich ein Problem? Wo geht das Geld hin? Details: siehe oben…

            • brainwashed@feddit.org
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              3 days ago

              So blöd, das Märchen trotz verfügbarer Zahlen und Fakten zu glauben, können die Menschen doch kollektiv nicht sein…

              Dann auch an dich die Frage, welches Land löst das denn deiner Meinung nach adäquat? Also, wenn das eigentlich alles ganz nah liegend und easy ist?

              Bislang wurde nur China in den Ring geworfen, weil… die haben zwar keine kaum soziale Sicherungssysteme, aber immerhin enteignen sich ab und zu mal einen parteifeindlicehn Milliardär.

              • Ooops@feddit.org
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                3 days ago

                Ist dein Plan auszuwandern oder doch, aufzuhören neoliberale Märchen nachzuplappern und die tatsächliche Situation zu analysieren und zu verbessern?

                Denn nur in einem der beiden Fälle ist die Antwort relevant. Im anderen ist es nur 'ne dumme Ablenkung nach dem verqueren und offensichtlich falschen Motto: “Wenn andere nicht perfekt sind, kann ich so scheiße sein, wie ich will, weil Verbesserung ja unmöglich ist.”

                Wie wäre es, wenn du es mal mit inhaltlicher Kritik versuchst statt Ablenkung? Da findet sich sicher was.

                • brainwashed@feddit.org
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                  3 days ago

                  Nein ich hätte gerne erfolgreiche Beispiele für diese Enteignungspolitik. Geht so lange gut bis die Leute zum enteignen rar werden.

  • SapphireSphinx@feddit.orgOP
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    4 days ago

    Die können sich ja nicht mal zur Prüfung der AfD durchringen. Die gucken einfach zu wie unsere Demokratie Stück für Stück untergeht und erhöhen sich dabei auch noch die Bezüge. Die fördern das durch die ihr Auftreten sogar.

    Mich widern diese Typen mittlerweile nur noch an. So wie die sich aufführen hätten die vor '33 wahrscheinlich auch die Gefahr für die nicht arischen, nicht heterosexuellen, nicht geistig gesunden, … Deutschen ignoriert damit es im Land nur schön ruhig bleibt und alles seine Ordnung hat.

    • plyth@feddit.org
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      4 days ago

      Der unkritische Teil meines Kommentars:

      damit es im Land nur schön ruhig bleibt

      Es war ja nicht ruhig. Eine starke Linke war ein Problem für die Oberschicht, mit paramilitärischen Einheiten von vielen Tausend.

  • Riverside@reddthat.com
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    4 days ago

    If you’re looking for strategy against Nazis, you only have to look at how they were defeated in 1941-1945: with communism.

    Meanwhile, your “social” “democrats” are increasing the working week lmfao

    • Goldholz @lemmy.blahaj.zone
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      3 days ago

      …they werent defeated by communism…but by people resisting from within and outside. Without US help the soviets would have fallen just the same. Also lets not put it as if the soviets were a better regiem to fall under

      • plyth@feddit.org
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        3 days ago

        as if the soviets were a better regiem to fall under

        Gypsies, Slavs, Jews and disabled people surely prefer death over communism.

        • Goldholz @lemmy.blahaj.zone
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          3 days ago

          While yes, supression and life under a totalitarian survailance state without freedoms is still better than death. But i also bet they would have loved to not get this but rather be indipendent again and have democracy.

          To add to this: Jews got hunted and killed by stalins orders, Slavs (others too but you gave them as example) lost their culture as faar as it didnt align with soviet values and also got killed (see holodomor)

          And dont delude yourself. The soviet empire was not communist. It switched out the tsar oligarchy with their own

          • plyth@feddit.org
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            1 day ago

            state without freedoms

            They had other freedoms. Looking at health care, homelessness or incarceration rates for people of color, people in the US are also not free. They live off illegal immigrants and neocolonial profits. Without those profits the US would have a different standard of living and people would feel less free.

            Jews got hunted and killed by stalins orders

            That sounds equal to the Nazis. However Wikipedia sounds differently. What do you have in mind? There is an assumed deportation plot but that is an assumption. https://en.wikipedia.org/wiki/Joseph_Stalin_and_antisemitism

            lost their culture as faar as it didnt align with soviet values

            That was the point, to end a culture of exploitation. Why is that bad?

            It switched out the tsar oligarchy with their own

            It was hierarchical but did the elite equally take all resources?

              • plyth@feddit.org
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                1 day ago

                It came from inaptitude and insufficient development.

                most scholars view the famine in Ukraine not as a genocide but rather as the result of badly conceived and miscalculated Soviet economic policies.

                That inaptitude can be overcome which cannot be said about racism in fascist.

                a bit more poverty and less social mobility

                Why is social mobility a good thing? It implies an exploiting upper class. If everybody can receive good education, isn’t that more important?

                If you price maids, construction work and fruit picking in the US with regular wages, are people still not poor? The US mask poverty by exploiting others even more.

                The free time of the workers has to be compared, not just their cars. What good is a nice car if you don’t have time to drive it?

                • RalfWausE_der_zwote@feddit.org
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                  1 day ago

                  It came from inaptitude and insufficient development.

                  Dead is dead. For me, personally, it wouldn’t make that much of a difference if i was killed due to malice or inaptitude.

                  If you price maids, construction work and fruit picking in the US with regular wages, are people still not poor? The US mask poverty by exploiting others even more. The free time of the workers has to be compared, not just their cars. What good is a nice car if you don’t have time to drive it?

                  In civilised nations (e.g. NOT the US) with some form of a capitalist system you still have time to… well… live you life without subscribing to a pipe dream of equality through poverty.

      • Riverside@reddthat.com
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        3 days ago

        I see they teach German history very poorly over there.

        In fact, yes, the people who SAVED YOU FROM NAZISM were the Soviets, the fact that there’s this level of Russophobia and anticommunism in Germany is because it was convenient for NATO to keep your Nazi roots. The US did a commendable job during the war with Lend-Lease, but its role in the war is severely overestimated. The UK got significantly more aid through Lend-Lease than the USSR, yet who defeated the Nazis?

        Also lets not put it as if the soviets were a better regiem

        Universal healthcare, free education to the highest level, guaranteed housing and abolition of homelessness, guaranteed jobs and abolition of unemployment, lowest rates of inequality in the history of the region, and literally eliminating Nazism. All of those are diametrically opposed to Nazism. There’s a reason why your Nazi ancestors were hysterical about “Judeo-Bolshevism” and considered communists their greatest enemies.

        Educate yourself. The fact that a German person out of anyone will be denying the Soviet victory against the Nazis is simply a form of Nazi propaganda.